Ständig müde und erschöpft?
- S u s i M ü l l e r

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Ein schöner Artikel von der Akademie für Menschliche Medizin:
Viele Menschen erleben ihren Körper heute als Gegner. Er schmerzt, er erschöpft, er „macht nicht mehr mit“. Symptome werden als Störungen wahrgenommen, die möglichst schnell beseitigt werden sollen. Doch was, wenn der Körper nicht gegen uns arbeitet – sondern für uns? Was, wenn Beschwerden keine Fehler sind, sondern Botschaften?
Das Spitzengespräch mit Mirja Krönung macht deutlich: Der menschliche Körper verfügt über eine eigene Sprache. Eine Sprache, die wir in unserer modernen Gesundheitsökonomie weitgehend verlernt haben.
Inhaltsverzeichnis
Kurz zusammengefasst
Warum reagiert mein Körper scheinbar mit „Rebellion“?
Ihr Körper reagiert nicht gegen Sie, sondern auf Überlastung, Stress und Dauerreize. Symptome sind häufig Ausdruck eines Systems, das versucht, auf ein Ungleichgewicht aufmerksam zu machen.
Sind Symptome Fehler – oder wichtige Signale?
Symptome sind vergleichbar mit Warnleuchten im Cockpit. Sie zeigen an, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wer nur das Symptom unterdrückt, ohne die Ursache zu betrachten, riskiert langfristige Folgen.
Welche Rolle spielen Diagnosen und Sprache für meine Gesundheit?
Diagnosen sind medizinisch notwendig, können aber Ihre Selbstwahrnehmung prägen. Wenn Sie sich mit einer Diagnose identifizieren, beeinflussen Erwartungen und innere Bilder oft unbewusst den weiteren Verlauf.
Wie kann ich wieder in Kontakt mit meinem Körper kommen?
Indem Sie innehalten, achtsam wahrnehmen und Verantwortung übernehmen. Kleine Veränderungen in Schlaf, Bewegung, Beziehungen und Tagesrhythmen können Ihre Selbstwirksamkeit stärken und neue Handlungsspielräume eröffnen.
Ein Körper aus einer anderen Zeit – in einer überforderten Gegenwart
Unsere Umwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Geschwindigkeit, Informationsdichte, Dauerstress, permanente Erreichbarkeit und Bewegungsmangel prägen den Alltag. Der menschliche Körper hingegen ist in seiner biologischen Grundausstattung nahezu identisch mit dem vor Jahrhunderten. Er ist nicht für dauerhafte Überreizung, künstliche Rhythmen und permanente Leistungsanforderungen gemacht.
Diese Diskrepanz bleibt nicht folgenlos. Der Körper reagiert – zunächst leise, später deutlich. Müdigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe, Schmerzen oder chronische Erkrankungen sind oft Ausdruck eines Systems, das versucht, auf Überlastung aufmerksam zu machen.
Symptome sind keine Fehler – sie sind Warnleuchten
In der klassischen medizinischen Logik werden Symptome häufig isoliert betrachtet. Sie gelten als Defizite, die beseitigt werden müssen. Doch Symptome sind in vielen Fällen vergleichbar mit Warnleuchten im Cockpit: Sie zeigen an, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Wer ausschließlich die Warnleuchte ausschaltet, ohne die Ursache zu betrachten, riskiert langfristig größere Schäden. Der Körper übernimmt dann irgendwann selbst die Kommunikation – lauter, deutlicher und oft schmerzhafter.
Die Macht der Worte und Diagnosen
Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist die Wirkung von Sprache. Diagnosen sind notwendig, um medizinisch zu arbeiten. Doch sie haben auch eine psychologische Dimension. Wird ein Mensch auf seine Diagnose reduziert, entsteht schnell eine neue Identität: „Ich bin meine Krankheit.“
Studien und praktische Erfahrung zeigen, dass solche Zuschreibungen Erwartungen formen – und Erwartungen beeinflussen den Krankheitsverlauf. Prognosen, Etiketten und Defizitnarrative können ungewollt dazu beitragen, dass sich Symptome verfestigen.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wer ist ein Mensch jenseits seiner Diagnose?
Unverarbeitete Erfahrungen binden Energie
Ein weiterer zentraler Gedanke: Erfahrungen verschwinden nicht einfach. Belastungen, Konflikte oder traumatische Ereignisse, die nicht verarbeitet werden können, bleiben im System gespeichert. Nicht als Erinnerung im Kopf, sondern als Spannung im Körper.
Diese gebundene Energie steht dem Menschen nicht mehr für Lebensgestaltung, Regeneration oder Kreativität zur Verfügung. Über Jahre oder Jahrzehnte kann sich daraus ein körperlicher Ausdruck entwickeln – Entzündungen, funktionelle Störungen oder chronische Erkrankungen.
Der Körper spricht dann für das, was zuvor nicht gehört wurde.
Selbstverantwortung statt Delegation
Ein unbequemes, aber zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage der Verantwortung. Gesundheit lässt sich nicht vollständig delegieren. Kein Arzt, kein Therapeut und kein Medikament können dem Menschen die Verantwortung für sein eigenes Leben abnehmen.
Das bedeutet nicht Schuld. Es bedeutet Gestaltungsraum. Wer beginnt, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören, gewinnt Handlungsspielraum zurück. Kleine Veränderungen im Alltag – Schlaf, Bewegung, Rhythmen, Beziehungen, Grenzen – können große Wirkung entfalten.
Den Körper wieder wahrnehmen lernen
Mirja Krönung beschreibt einfache, aber wirkungsvolle Wege, um den Kontakt zum eigenen Körper wieder aufzunehmen. Dazu gehört, innezuhalten, hinzuspüren und dem Körper Fragen zu stellen, statt ihn zu kontrollieren. Nicht Analyse steht im Vordergrund, sondern Beziehung.
Der Körper will nicht optimiert werden. Er will verstanden werden.
Eine Neue Gesundheitskultur braucht Zeit und Begleitung
Viele Menschen haben verlernt, Stille auszuhalten. Dauerbeschallung, Multitasking und permanente Ablenkung verhindern Selbstwahrnehmung. Coaching und Begleitung gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung – nicht als Anleitung, sondern als Raum, in dem Menschen sich selbst wieder begegnen können.
Nicht jeder Prozess muss sofort gelöst werden. Heilung folgt keinem linearen Zeitplan. Entscheidend ist, dass Menschen lernen, ihrem eigenen Tempo zu vertrauen.
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit
Gesundheit bedeutet nicht, möglichst lange zu funktionieren. Sie bedeutet Lebendigkeit, Sinn, Verbundenheit und Selbstwirksamkeit. Eine neue Gesundheitskultur stellt daher nicht die Frage: „Wie werde ich meine Symptome los?“Sondern: „Was will mir mein Körper sagen – und was darf sich in meinem Leben verändern?“
Der Körper rebelliert nicht grundlos. Er meldet sich, weil er gehört werden will.
Die ersten Schritte sind :
ein Bewusstsein für sich und seinen eigenen Körper zu entwickeln
eine gute Ernährungs- UND Lebensweise, mit guten sinnvollen Mahlzeiten, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, gutem reinem Trinkwasser, ausreichend Schlaf- und Ruhe/Erholungszeiten, moderate Bewegung und die Ergänzung mit Nährstoffen anhand von Laboranalysen
ein angepasster Konsum von digitalen Medien auf das absolute Minimum.
u.e.m.





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