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Welche Bedürfnisse hat der Mensch heute? - Eine kleine Geschichte des heutigen Tages (etwas philosophisch vielleicht :))



Mein Sohn und ich haben heute am 15.01.24, morgens vor der Schule und der Arbeit, mit dem Auto an der Tankstelle zum Tanken gehalten. Es kam eine kleine Gruppe junger Mädchen zur Tankstelle, ca. 8 - 10 Jahre alt. Demnach auch die Zeit VOR der Schule, NACH dem Frühstück (so die Hoffnung), vermutlich auf dem Schulweg. Sie kramten in ihren Taschen und suchten nach Kleingeld. Während ich an der Zapfsäule stand, konnte ich sie alle gut beobachten.

Eine nach der anderen ging dann in die Verkaufsräume, um sich Süßigkeiten zu kaufen, am häufigsten tauchten Gummibärchen, "Rollos", auf.

Als ich wieder ins Auto stieg, sagte mein Sohn entrüstet:" Mama, hast du die Mädchen gesehen? Die haben sich alle in der Tankstelle Süßigkeiten vor der Schule gekauft. Wieso machen die das? "

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Ich habe einige Minuten überlegt was ich ihm dazu antworten sollte..... es gab verschiedene Gedanken:

  • die Kinder haben Hunger, da sie zu Hause NICHT gefrühstückt haben.......

  • der Zucker fördert nicht gerade die Konzentrationsfähigkeit

  • ganz abgesehen von den Zähnen und den Kalorien

  • Warum haben die Kinder überhaupt in dem Alter schon Taschengeld?

  • Wieso haben die Kinder in dem jungen Alter keine andern Gedanken als morgens Süßigkeiten zu kaufen vor der Schule?

  • war das bei mir auch schon so?

  • Was fehlt den Kinder, weshalb sie sich für die Süßigkeiten VOR der Schule entscheiden?

  • Ist es nötig sich die verhältnismäßig teuren Süßigkeiten aus der Tanke zu kaufen, und ist es den Kindern überhaupt bewusst? findet dahin eine Erziehung statt? Ist es den Eltern überhaupt wirklich "Bewusst"?

  • Welche Gründe führen final zur Kaufentscheidung: Ist es der Konsum, die Sucht, die Langeweile, der Gruppenzwang oder der Hunger? oder gibt es noch ganz andere Gründe?

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Unterschiedliche Perspektiven lassen unterschiedliche Antworten und Gedanken zu:


Als Mutter sehe ich Kinder, in einem Alter, in dem ich persönlich noch gar kein Taschengeld angesetzt hätte und selbst keines zur Verfügung hatte.

Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist die geistige Anlage zu sinnvollen Überlegungen, wofür das Geld ausgegeben wird noch, wie das Alter vermuten lässt, in den "Kinderschuhen". Das freie Einkaufen und die Entscheidungen sollten noch eher begleitet werden sollten. Tatsächlich habe ich auch mir selbst die "Bedürfnisfrage" gestellt. Die menschliche Entwicklung wird politisierend immer ökologischer und nachhaltiger gewünscht. Aber das was an diesem Beispiel tatsächlich passiert ist, zeigt für mich eine andere Sicht. Essen stellt ein wesentliches und existenzielles Grundbedürfnis eines jeden Menschen dar. Doch zählen Süßigkeiten, insbesondere frühmorgens vor der Schule ganz und gar nicht dazu. Also wieder die entscheidende Frage: Was bringt kleine Kinder wie diese dazu, so eine gemeinsame Entscheidung zu treffen? und wie lässt sich diese positiver, gesunder, sinnvoller, etc. beeinflussen?


Als Ernährungsfachkraft/Ernährungswissenschaftlerin sehe ich verschiedene Aspekte und auch Probleme:

Kinder die nicht Frühstücken, haben in der Regel auch Eltern, die nicht Frühstücken, die ganz und gar jegliches Gefühl von menschlicher Rhythmik, Esserziehung und Grundbedürfnissen einer guten Versorgung für sich selbst und ihre Kinder verloren haben. Kinder lernen am Vorbild von den Eltern aber auch dem Rest der Familie und ihren Freunden im Umfeld. Esserziehung hat hier versagt auf ganzer Linie.

Wechselt man den Blickwinkel auf die politische Ebene. Wieso dürfen Kioske, Tankstellen, etc. an kleine Kinder Süßigkeiten verkaufen? Weil der Konsum und die Kaufkraft "zählen". Ach ja und der Mensch, so auch kleine Kinder, haben Rechte, die sie einfordern dürfen, in Form von " Ich will Süßigkeiten kaufen". Hier stellt sich die nächste philosophische Frage: sollten Kinder in dem Alter überhaupt schon solche "Rechte" in Anspruch nehmen dürfen?

Grundsätzlich ist der "Zucker" Konsum vor der Schule, ggfs. sogar auf nüchternen Magen für die geistige Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit ganz schlecht. Es geht über Blutzuckerschwankungen, über Triggerpunkte für alles mögliche bis hin zu deutlich reduzierter Konzentrationsfähigkeit, über Zappeligkeit, ggfs. Müdigkeit Unruhe u.s.w..

Die Folgen sind eine unruhige Klassengemeinschaft, mit schlechterer Leistung, genervte Lehrer, etc.


Als Objektiver Beobachter: OH, da sind Kinder die sich Süßigkeiten kaufen und das gemeinsam. Wie schön.


Gerne zur Diskussion freigegeben.





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